Die Domain – Dein Markenzeichen – Gastartikel von Feraz Zeid

Feraz Zeid hat uns heute netterweise einen interessanten Gastartikel über Domains zur Verfügung gestellt. Viel Spaß beim Lesen.

Die perfekte Webseite ist das Zusammenspiel aus vielen verschiedenen Elementen. Dazu gehören nicht nur verlässliches Webhosting und aussagekräftige Artikel, sondern auch Faktoren wie der Domainname.

Der Domainname deines zukünftigen Webauftritts ist deine Marke; es ist der unsichtbare Behälter aller deiner Bemühungen und der Zeit, die in ein Onlineprojekt gesteckt werden. Es ist deswegen wichtig hier gleich zu Beginn mehr richtig als falsch zu machen.

Der übliche Weg an einen Domainnamen zu kommen ist eigentlich allgemein bekannt. Man registriert sich diesen entweder beim Bestellen des Webhostings oder bei einem Registrar wie z.B Switch und kann dann die Domain mit Hilfe eines Nameserver Eintrags auf den Webhost richten, unabhängig davon, wo sich dieser befindet.

Was ist aber, wenn alle Varianten, die man sich mühsam ausgedacht hatte, bereits vergeben sind? (siehe nic.ch) Für die meisten generischen Ausdrücke ist dies heute bereits der Fall. Nun, dann muss man kreativ werden.

Gebrauchte Domains?

Tatsächlich wissen die Wenigsten, dass es einen sekundären Markt für Domainnamen gibt, also „Occasion Domains”. Das heisst man kann bereits registrierte “Names” dem aktuellen Besitzer abkaufen oder auf speziell dafür eingerichteten Plattformen ersteigern.

Die vielleicht bekannteste Plattform für deutschsprachige Domains ist Sedo.de. Hier listen eigentlich alle “Domainer”, die es in diesem Geschäft ernst meinen, Ihre Domains zum Verkauf. Der Kontakt kann sehr einfach aufgenommen werden und man kann auch direkt ein Gebot abgeben. Sollte man sich einigen können, hilft der Kundendienst von Sedo bei der Transaktion, sodass das Geschäft risikolos abgewickelt werden kann.

Aber Achtung. Man muss sich darauf gefasst machen, dass man auf dem sekundären Markt, Domains nicht für CHF 20 bekommt. Hier herrschen andere Gesetzte. Für sehr gute Domains aus generischen Begriffen kann man schnell von ein paar hundert bis zu ein paar Tausend ausgeben. In den USA werden Domains auch oft für sechs- oder siebenstellige Beträge verkauft.

Für viele Projekte ist ein guter Domainname der Schlüssel zum Erfolg und manchmal lohnt es sich, hier nicht geizig zu sein.

Auslaufende Domains

Es gibt aber auch Plattformen wie Catch.info oder Realtime.at, wo man .ch Domains ersteigern kann, die kurz davor sind, auszulaufen oder einfacher gesagt, die vom aktuellen Besitzer nicht mehr für das nächste Jahr bezahlt werden und somit wieder auf den Markt kommen.

Einige dieser Domainnamen sind schon gut gealtert und bringen bereits Links mit sich, was einem beim Start einen kleinen Bonus bei Suchmaschinen verschafften kann, weil die Domains bereits etwas Autorität mitbringen. Man sollte sich hier aber auch in Acht nehmen, keine „verseuchten“ Domains zu kaufen, die von Spammern zu dubiosen Zwecken missbraucht wurden. Hierzu sollte man sich die existierenden Links etwas genauer unter die Lupe nehmen, sowie auch die Vorgeschichte der Domains (siehe http://archive.org).

Gibt es gute und schlechte Domains?

Ich habe jetzt bereits von guten und schlechten Domains gesprochen. Aber was heisst das genau? Das ist eine Frage, die man nicht ganz einfach beantworten kann, aber ich werde es dennoch versuchen.

Man unterscheidet generell zwischen zwei Arten von Domains. Generische Domains und Markendomains.

Eine generische Domain wäre zum Beispiel eine zwei-Wort-Kombination, die oft gesucht wird (siehe Google Keyword Research Tool). Es handelt sich hier oft um echte Worte aus dem normalen Sprachgebrauch oder aus Worten und geografischen Angaben. Solche Domains sind meistens darauf ausgerichtet, besser bei Suchmaschinenresultaten abzuschneiden, da diese tatsächliche Suchbegriffe abbilden. Der Nachteil ist, dass solche Domains zu oft von Vermarktern missbraucht werden und somit einen „Spambeigeschmack“ mitsichbringen. Auf solchen Domains lässt sich eine Marke nur in Ausnahmefällen aufbauen. Ein Beispiel wäre: Tennisschuhe-kaufen.ch. Seit Kurzem wird auch gemunkelt, dass der Bonus von Suchmaschinen gar nicht mehr so gross ist und mit den aktuellen Google Regeln ist noch schwieriger geworden, solche Domains korrekt für SEO zu optimieren.

Es gibt aber auch Markendomains, die oft aus einem witzigen oder coolen Begriff bestehen und nicht unbedingt aus dem normalen Sprachgebrauch stammen. Diese lassen sich leicht merken, aber man muss sich um einiges mehr Mühe geben, was das Marketing angeht, da sich nicht jeder etwas unter einem “coolen” Begriff vorstellen kann. Ein Beispiel wäre: http://www.coolstar.ch

Weiterhin gilt das Folgende:

  • Keine Bindestriche im Domainnamen ist besser

  • Maximal 2 Worte im Domainnamen

  • Der Domainname sollte etwas über das Thema der Webseite aussagen, auch bei Markenbegriffen

  • Domainalter sollte idealerweise bereits vorhanden sein

  • Die Domain sollte nicht zu viele schlechte Links von Spamwebseiten haben, falls es eine gebrauchte Domain ist und man sollte darauf achten welchen Anchor Text die existierenden Domains mitbringen. Falls übertrieben mit irrelevanten Textstücken verlinkt wurde, wird es gefährlich (siehe letzte Google Algorythmus Updates).

Hat man sich für einen Domainnamen entschieden, sollte man sich speziell bei Markendomains auch umschauen, ob entsprechende Twitter, Facebook, Pinterest Benutzernamen noch zu haben sind, um auch auf Sozialen Netzwerken unter dem gleichen Namen gefunden werden zu können. Will man in so eine Marke viel Zeit reinstecken möchte man natürlich nicht, dass irgendjemand anders mit einer Facebook Fanpage oder einem Twitterprofil auf Augenhöhe für die eigene Marke in den Suchresultaten bei Google erscheint.

Welche Rolle spielen Domainendungen oder sogenannte Extenstions?

Hier sollte man sich überlegen, ob man international aktiv sein möchte oder national. Schweizer Projekte sollten natürlich idealerweise eine .ch Extension besitzen. Möchte man aber irgendwann auch international tätig werden, sollte man sich auch eine .com oder eine .de Version registrieren, je nachdem. Idealerweise sollte man sich aber alle noch freien Endungen buchen, um Andere aus dem eigenen Umfeld zu halten. Ich habe bei einem Projekt irgendwann einmal eine .li Domain auslaufen lassen und muss mir heute mit einem Onlineshop den Platz in den Top 10 teilen. Dazu sind dann schnell noch ein Twitter Account und ein Instagram Account dazugekommen, sodass es schnell unangenehm wird und man Wettbewerber hat, die man einfach hätte ausschliessen können. Alle anderen Extensions kontrolliere aber ich, sodass ich heute froh bin die extra CHF 100 ausgegeben zu haben, weil ich weiss, dass ich relativ schnell die Kontrolle über meinen Markenbegriff erlangen kann.

Ausserdem muss man wissen, dass man generische Extension wie z.B .com, .net, info, .me etc über die Google Webmaster Tools Konsole auf ein spezifisches Land ausrichten kann und somit einer lokalen Endung wie .ch problemlos Konkurrenz machen kann.

Die Informationen in diesem Artikel, haben einige wichtige Punkte erwähnt, aber das Thema noch nicht voll abgearbeitet. Ich erhoffe mir, dass ich hier aber ein paar Denkanstösse geben konnte, die dem Einen oder Anderen, weiterhelfen werden, beim eigenen Webaufritt in Sachen Domains mehr richtig als falsch zu machen. Viel Erfolg.

Weitere Infos findet Ihr auch auf meinen Webseiten http://www.webhosts.ch und http://www.internetiker.com

Feraz Zeid

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